Mittwoch, 4. September 2013

zwei reisende {3}... auf spurensuche

begaben der wirbelwind und ich uns an einem verregneten sonntag vormittag durch mein kindheitsdornbirn.

erste station: meine alte turnhalle...
...in der ich ab meinem 4. lebensjahr als geräteturnerin, später leistungsturnerin und rhythmische sportgymnastin mehrmals die woche trainiert habe. fein renoviert. durchs fenster konnte ich den alten holzbalkon und die schöne treppe in neuem weiß erkennen.

zweite station: mein kindergarten...

...der erstaunlicherweise, abgesehen vom spielplatz, noch genauso aussieht wie vor 36 jahren, als wäre ich gerade erst rausspaziert.

dritte station: mein weg vom kindergarten nach hause...
...hinter fabriksgebäuden den müllerbach entlang. vergeblich die versteckspielhecke gesucht. erfreut festgestellt, dass der reißende bach nun zaungeschützt ist und der weg größtenteils noch immer geschottert. lachend bemerkt, dass der finstere durchgang ins zentrum nichts von seiner gänsehautatmosphäre verloren hat. erstaunt gesehen, dass man von hier den turm der martinskirche am marktplatz sehen kann.
nach 30 jahren meinen kletterbaum umarmt. die lilien meiner mama entdeckt. dem wirbelwind, den balkon gezeigt, respektive das abflussrohr, an dem mein bruder in die wohnung klettern wollte und sich beim abrutschen schwer verletzt hat.

vierte station: mein schulweg und die volksschule...
gerade als ich dem wirbelwind von den schildkröten, die schuld am oftmalig zuspätnachhausekommen waren, erzählen wollte, erspähte ich sie, mittlerweile verborgen hinter einer hohen tujenhecke - aber spurensucher hält auch eine solche nicht auf. dann an der ecke die aus pfeifenstrauch und einem anderen strauch bestehende hecke wiedergefunden, an dem tag ohne honigduft und bienengesumm. weiß jemand von euch, was das für ein strauch sein könnte? weigelie ist es keine, denn die habe ich im irrglauben bereits in den garten gesetzt, aber sie duftet nicht wie die blüten auf obigem bild dufteten an sonnigen junimorgenschulwegen vor 34 jahren.
auch hier kaum veränderung. nur vorplatz und garten sind neu gestaltet. mit feuereifer und viel freude bin ich in diese schule gegangen. außer ich musste nachmittags noch mal hin, den schulwart aus seiner wohnung läuten, weil ich ein hausübungsheft oder ein buch vergessen hatte.

fünfte station: die kirche zum heiligen christoph...
...verändert nur pfarrhof und pfarrbibliothek, in der ich mich bücherwurm wöchentlich rucksackweise mit leseproviant eindeckte. gern war ich auch hier, in der kirche. in unzähligen kindermessen. leidenschaftlich mitsingend bei den jazzmessen. die augen ins bunte glas versenkend. in blaue tücher gehüllt maria in der herbergssuche spielend vor den altarstufen. damals noch mädchen links, buben rechts in den bankreihen vorne.

resumee: viel hat sich geändert. viele häuser, vor allem einfamilienhäuser und gärten, sind modernen wohnblocks gewichen. und doch ist so vieles gleich geblieben, dass ich mich auf anhieb versetzt fühlte in meine kindheit zurück. die wiesen zwischen schule und kirche. die zwei ahornbäume im garten, die uns als fußballtor dienten. so viele weitere vertrautheiten, die mein tagtägliches vorbeihüpfen begleiteten, zäunten.

noch vieles zu zeigen gäb's dem wirbelwind. zum beispiel den beinah täglichen spaziergang in den wald entlang der dornbirner ache...
ein nächstes mal. bestimmt.

Kommentare:

  1. Das war ja interessant! So einen Spaziergang müsste ich auch mal machen. Wenn ich Berlin einen Besuch abstatte. Da hat sich sehr, sehr viel getan durch den Mauerfall. Aber die Schule steht noch, ist nur mal angestrichen worden, sonst sieht sie aus wie damals.
    LG
    Tinka

    AntwortenLöschen
  2. Welch gute Idee.
    Was sich wohl in 50 Jahren geändert hat?!!!

    :-(
    ♥ Franka

    AntwortenLöschen
  3. Ach, was für schöne Erinnerungen...Meine Grundschule gibt es noch...die Oberschule allerdings ist dem Erdboden gleichgemacht, was etwas traurig ist, denn dort hatte ich mich sehr wohlgefühlt...Meine Jüngste ist auch eine Geräteturnerin...LG Lotta.

    AntwortenLöschen
  4. in so einem schönen gebäude turnt man vermutlich doppelt gern.
    von kinderaugen zu kinderaugen weitergeben — das finde ich großartig.
    liebe grüße!

    AntwortenLöschen
  5. ich freu mich, dass du uns mitgenommen hast! das war sicher eine aufregende spurensuche!
    meine kindheitsspielgegenden sind alle in neubauvierteln verschwunden - ich war geschockt, als ich das letztemal dort war und ich werd nicht wieder hinfahren. es war echt schmerzlich. umsomehr freue ich mich für dich, dass du so vieles noch deinem sohn zeigen kannst!
    liebe grüße von mano

    AntwortenLöschen
  6. Ein schöner Spaziergang in deine "ganz" jungen Jahre ;-) Sei lieb gegrüßt Ghislana

    AntwortenLöschen
  7. ich mag deinen kindeRgaRtennachhauseweg.
    und deine kindheitseRinneRungen. vielleicht sollte ich mich auch mal auf machen. das damalige wohnöRtchen besuchen. und schauen. einfach so.
    heRzlich. käthe.

    AntwortenLöschen
  8. Ein schöner Rundgang durch deine Kindertage.
    Ich lebe wieder im gleichen Ort, wo ich auch zur Grundschule ging und da hat sich laaaange Jahre nix und dann mit einem Rutsch sehr viel verändert.

    Da Thomas auch in meiner Nachbarschaft aufwuchs ist es manchmal so das wir mit den Hunden eine Runde drehen und dann kommt schon mal so ein "Weißt du noch wie das hier aussah, als wir noch zur Grundschule gngen?"
    "Ja, hier war ein Maisfeld und ein Feldweg und ich hab meiner Mutter immer diese müffelnden Blumen gepflückt, die konnte man in der Wohnung nicht am Kopp haben!"

    Da wird sich meine Schwiegermutter sicher immer gefreut haben ;)

    Ich hätte gewettet, das das eine Weigelie ist, wir haben auch so eine im Garten, die blüht allerdings anders als die die hier Zuhause vor der Tür wächst....da gibts bestimmt viele Sorten von, oder?

    LG,Bianca

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Dania,
    was für ein schöner Ausflug in deine Kindheit, mir gehts auch immer wenn ich bei meinen Eltern in meiner alten Heimat bin und die Gegend von früher erkunde.
    Liebe Grüße von Tatjana

    AntwortenLöschen
  10. Immer, wenn ich nach Weimar fahre, wartet dort die Kindheit auf mich, allen Ecken finde ich sie, nie weit entfernt, ich hoffe das bleibt so, denn dieser Zugang ist so kostbar.
    Auch für deinen Wirbelwind, konnte er sich denn vorstellen, dass du so klein warst?
    Gruß vom Frollein

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. er ist wirklich kostbar, weil man selbst wieder kind sein darf und es die erinnerungen auffrischt. das macht es auch leichter, den wirbelwind zu begleiten - immer nur mit erwachsenenaugen - da hätten's die kinder schwer, denk ich.
      ich schau mir mit ihm immer wieder kinderfotos an - da fällt es ihm leichter sich vorzustellen, dass auch ich einmal so klein war wie er. aber es kommt dann doch immer wieder die frage - wo war ich da damals? irgendwie wahrscheinlich schon mit dabei, so ein bisschen ;) aber wer weiß das schon so genau.
      liebe grüße

      Löschen
  11. So schöne Ausflüge in die "Vergangenheit". Für den kleinen Wirbelwind sicher überaus spannend, wo er doch selbst den Kindergarten besucht und die Schule auch nicht mehr weit ist :-)

    Liebe Grüße
    Sabine

    AntwortenLöschen

herzlichen dank für deine zeit und deine worte!