Montag, 15. September 2014

schul°kind

seit zwei wochen ist nun also der wirbelwind ein schulkind.
wie's ihm dabei geht?
seht selbst:


selbstportraits "ich als schulkind" wie dieses sind letzte woche gleich mehrere entstanden. erst war's eine hausaufgabe, mit selbstgewähltem fisch- und buchstabenrahmen rundherum - buchstaben, die er schon kennt und damit verbunden das aha-erlebnis, wenn man die ge"malten" buchstaben erkennt und sagen kann, wie sie klingen, ist das LESEN. ein ungläubiger wirbelwindblick folgte dieser erkenntnis - "wirklich, das ist alles? so leicht ist das? da kann was nicht stimmen. das kann doch nicht SO einfach sein?"
alle diese portraits haben eines gemeinsam: der wirbelwind schwebt vor freude über den grashalmen. und zwar von tag zu tag, von bild zu bild höher. obiges ist vom freitag. mein schulkind schwebt also mittlerweile (nicht nur scheinbar, sondern ganz offensichtlich) auf wolke sieben.

genau das habe ich mir so sehr für ihn gewünscht. freude, spaß und neugierde auf das neue.
seit dem zweiten schultag kommt er nach hause, wandert zu seinem schreibtisch und packt die hausübungen aus. und meist sind sie noch vor dem mittagessen fertig. freiwillig! und seit ein paar tagen sogar mehr als die geforderten - weil, "was ich noch nicht so gut kann, muss ich üben, weil wenn man's nicht übt, kann man's vielleicht nie." (noch so eine neue erkenntnis.)

meist - denn die erste hausübung machte dem wirbelwind etwas kopfzerbrechen: "wir malen dinge aus unserer schultasche: rund, spitz, eckig." vorgezeichnet: ein luftballon. "sind denn die blöd???" hörte ich den wirbelwind aus dem kinderzimmer. "wer hat denn einen luftballon in der schultasche? das darf doch gar nicht sein! ich hab überhaupt nix rundes in der schultasche, nur kreisförmiges. die mach ich nicht die aufgabe!"
spitz war kein problem, eckig wurde als rechteckig diagnostiziert.
am nächsten tag gleich in der früh sprach ich die lehrerin vorsichtig auf das hausaufgabenproblem an. sie ließ sich vom wirbelwind nochmals das problem erklären, lächelte und meinte: "solange du mir so erklärst, warum du eine aufgabe nicht machst, ist das in ordnung."
und so gebe ich allmorgendlich nach einem wiesen(regen)spaziergang ein glückliches kind in der schule ab und wandere selbst lächelnd wieder heim (bzw. richtung auto: die schule, die wir ausgesucht haben, liegt zwei ortschaften weiter. allerdings lassen wir das auto ein ganzes stück weit weg von der schule stehen, weil so ein schulweg unter anderem den kopf durchbläst und munter macht. und hüpfend lässt sich's außerdem besser freuen als sitzend.)
einen ebenso freudestrahlenden buben hole ich bisher auch wieder von der schule ab. dreimal hatte er keine aufgabe, was ihn sehr verwunderte, und wir mussten noch einmal umkehren. "fragen wir sicherheitshalber noch einmal die lehrerin, mama." "nein, sie können ihm glauben. er war heute so fleißig, dass alles schon erledigt ist."
unterschiede zum kindergarten sieht der wirbelwind kaum. auf meine frage: "was habt ihr heute gemacht?" bekomme ich meist zu hören: "gemalt und gespielt." manchmal: "gesessen, gestanden und gesungen."

für mich gibt's große unterschiede. wir stehen eineinhalb stunden früher auf als vorher. der wirbelwind kommt zum essen nach nicht einmal vier stunden, die mir noch viel kürzer erscheinen, als es klingt, wieder nach hause. früher hat er sein mittagessen im kindergarten gehabt. auf einmal MUSS ich zu mittag kochen. früher habe ich oft erst am abend etwas gekocht.
allerdings übernimmt die freitagmahlzeiten seit neuestem tatsächlich der wirbelwind. vorher geht er noch mit meiner hilfe alles dafür einkaufen (ist euch schon einmal aufgefallen, dass die tasten der gemüsewaage so hoch oben sind, dass nicht einmal ein zehnjähriger da rankommt?). und dann kocht er mit fast keiner hilfe bis auf rezept vorlesen, was er sich am vortag aus einem seiner zwei schultütenkinderkochbücher selber ausgesucht hat - und, ich staune, es war noch nichts süßes darunter, jedesmal was mit gemüse, auch grünem. und noch mehr staune ich, dass es mich weniger nerven kostet, als ich gedacht hatte.
der nachmittag selbst gehört dem wirbelwind: spielen, draußen sein, fotografieren... und ich genieße so sehr zu sehen, wie er weiter und weiter die welt entdeckt, genieße staunend, mit ihm über gott und die welt zu philosophieren....
am abend bin ich genauso müde wie der wirbelwind. psst, nicht dem wirbelwind sagen: aber ich als mama finde schule anstrengend. schön und aufregend. aber anstrengend. und so bleibt, was ich mir für den abend aufgehoben habe, meist unerledigt liegen, was wiederum mir ein bisschen im magen liegt. aber eigentlich nur ein kleines bisschen. denn genauso schnell wie diese ersten zwei schulwochen, ist das gesamte erste schuljahr verflogen. und ich möchte es nicht verpasst haben, mein kind dabei mit allen sinnen mitzuerleben.

Kommentare:

  1. Ach, das hört sich doch nach einem zauberhaften Anfang an!! Und der ist so wichtig für den weiteren Schulweg. Eine Lehrerin ist klug, wenn sie zuallererst liebenswert ist. Und ein Wirbelwind, der immer höher schwebt im Schulanfangsabenteuer, der wird auch alle Drachenkämpfe und Monsterangriffe überstehen, die vielleicht auch mal auf ihn zukommen. Gutes Rüstzeug habt ihr ihm mitgegeben, Lebensfreude Liebe Offenheit.
    Viel Glück und viel Segen auf all seinen Wegen weiterhin!!
    wünscht von Herzen
    Lisa

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  2. Du tust recht, wenn du dir die Zeit nimmst, dein Kind bei diesen Schritten so intensiv zu begleiten: Schule bedeutet auch immer mehr, sich von den Erwachsenen zu entfernen und an großem Selbstbewusstsein zu gewinnen ( und das dann auch kundzutun ). Also, das was jetzt passiert, dass du Anteil nehmen kannst, wird meiner Erfahrung nach immer weniger. Und du wirst auch wieder Zeit für deine eigenen Dinge gewinnen!
    Ich freue mich jedenfalls sehr, dass der Wirbelwind so einen schönen Start hat und offensichtlich angeregt wird. Und auch zu Hause eine so einfühlsame Begleitung ;-)
    Ach, ich freu mich einfach mit... ( ich weiß ja auch nur zu gut, WIE schiefgehen es kann )
    Seid ganz herzlich gedrückt!
    Astrid

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  3. Liebe Dania,
    es freut mich so, für deinen Wirbelwind. So bringt doch gerade der Schulstart allerhand an neuen Dingen, Herausforderungen und neuen Aufgaben mit sich. Aber wie es scheint, habe ihr dafür ja bereits einen Zeitplan. Das mit dem selbst Kochen gibt es bei uns übrigens auch schon lange Zeit. Allerdings in den Ferien, nicht während der Schule. Da knurrt Mittags (oder mittlerweile durch den Stundenplan bedingt am Nachmittag) der Magen so gewaltig, da möchte sich wohl niemand freiwillig an den Herd stellen :-)

    Ganz liebe Grüße zu Euch in die Ferne,
    Sabine

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  4. oh, liebe dania, das klingt so wunderbar (bis auf deinen part natürlich, aber wie viel blöder wärs, all die unausweichlichen (umstellungs-)unannehmlichkeiten zu haben und noch einen unglücklichen wirbelwind dazu)! und die leseerkenntnis ist so klug und ein grundgedanken spricht aus ihr, den man viel mehr pflegen sollte :: die dinge sind so oft so viel einfacher, als sie vorab zu sein scheinen. gut ist das. alles liebe euch!

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  5. Fein! Das soll so sein, so ist es ein glücklicher Schulanfang und Du wirst sehen: Es wird so weitergehen....
    alles Liebe
    Elisabeth

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  6. Was für ein schöner Schritt in die Welt der Schule! Und so herrlich schweben kann man nach einem Schultag!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  7. Liebe Dania, gerade mal ein Jahr ist der zweite Eintritt in die Grundschule bei uns her. Es passiert so viel in dieser besonderen Zeit. Ich habe mir für meine Kinder immer einen unbeschwerten, glücklichen Schulstart gewünscht - und den hatten sie. Die Zeit, so empfinde ich es, rast mit Siebenmeilenstiefeln davon. Alles geht sooo rasend schnell. Ein allerletztes Grundschuljahr hat der andere Sohn noch vor sich. Und dann wird er dieser wunderbaren Schule den Rücken kehren müssen. Ja, begleite den Wirbelwind so viel und so oft du noch kannst, denn viele Eltern auf weiterführenden Schulen beklagen, daß sie das Gefühl haben, nicht mehr allzuviel mitzubekommen vom Kind und weiter führender Schule. Ich wünsche euch eine heitere Zeit. Liebe Grüße, M.

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  8. Ach wie schön...dass es dem Wirbelwind so gut in der Schule gefällt! Er scheint sehr wissbegierig zu sein...Ja, Schule ist auch anstrengend...wem sagst du das...;-) LG Lotta.

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  9. Toll, da schwebt ja Jemand auf Wolke 7, das ist doch toll!
    l.g. barbara bee

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  10. Liebe Dania,
    ist das schön zu lesen! Ja genießt die Zeit, denn sie rast manchmal so schnell. Bei uns hat heute die Schule wieder begonnen.
    Alles Liebe Alex

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  11. Dieses Schweben.... Wundervoll! Ich wünsche dem Wirbelwind, dass es bleibt.
    Toll, dass ihr so gut gestartet seid.
    Darf ich fragen, wieso die Schule zwei Dörfer weiter ist? Ist in Deutschland freie Schulwahl? Hier in der Schweiz wird Schulhaus und sogar Klasse zugeteilt...
    Liebe Grüsse, Martina

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    1. liebe martina!
      wir sind in österreich und an und für sich wird auch hier schule und klasse einfach zugeteilt - schulsprengel heißt das dann. wir waren aber so unglücklich mit der schule bei uns im ort, weil schon die ersten gespräche gezeigt haben, dass ein austausch zwischen eltern und schule kaum gegeben ist, auch die pädagogischen schwerpunkte so wenig zu unserem buben gepasst haben. außerdem bekamen wir seit jahren, vor allem von den buben, schon nach der ersten woche schule von wirklich den meisten zu hören, schule sei blöd. das stimmte für uns alles einfach nicht und ich wünschte mir für den wirbelwind einen ganz anderen schulstart, ebnet doch gerade der sein komplettes weiteres lernverhalten, so dass wir einen ziemlich mühseligen weg gewählt haben: sprengelwechsel. das heißt: formulare ausfüllen, begründungen für den wechsel schreiben, je ausführlicher und fundierter, desto besser, dann unterschriften einholen - zuerst von der gemeinde, sprich bürgermeister der heimatgemeinde, dann von der direktorin der heimatsprengelschule, dann vom bürgermeister der sprengelfremden gemeinde, dann von der direktorin der sprengelfremden schule. vom heimatort selber haben wir beide unterschriften nur unter vorbehalt bekommen. heißt noch gar nichts. dann geht das ganze formular- und begründungszeugs mit sämtlichen unterschriften zum bezirksschulrat. dort hat es zwei monate gedauert, bis wir endlich anfang dezember letzten jahres den bescheid bekamen, dass uns der sprengelwechsel genehmigt wird. einfacher war das insofern, als die gemeinde der jetzigen schule kein schulerhaltergeld von der heimatgemeinde fordert. wäre das anders gewesen (in den meisten fällen ist das so), hätten wir die genehmigung wahrscheinlich nicht bekommen. die schule in die der wirbelwind nun geht, hat zwei mehrstufenklassen, in den hauptfächern werden die jahrgänge getrennt unterrichtet - sprich beim wirbelwind sitzen in deutsch und mathe ganze acht kinder in der klasse, davon sechs buben. sowohl die miniklassen als auch das pädagogische konzept, dass, obwohl öffentliche schule, so ganz andere schwerpunkte setzt, haben uns einfach überzeugt. auch das gefühl, egal welche der drei lehrerInnen der wirbelwind bekommt - sie sind alle freudig bereit mit den eltern zusammenzuarbeiten. und vor allem immer gesprächsbereit. außerdem gehen sie sehr viel, auch im unterricht, nach draußen, nicht nur in den schulhof, sondern so wirklich in die natur - je nachdem, was die racker gerade brauchen und wie ihr bewegungsdrang ist.
      ich bin mir sicher, dass man auch in der schweiz um sprengelwechsel ansuchen kann, sollte man so gar nicht glücklich sein. manch einer in wirbelwinds schule, der den sprengelwechsel nicht bewilligt bekam, hat sein kind in der gemeinde bei bekannten gemeldet, damit wurde es automatisch der schule zugeteilt. geht natürlich auch nicht immer.
      ich wäre sogar bereit gewesen, mir ein psychologisches gutachten geben zu lassen und bis zum landesschulrat zu gehen. notfalls wäre es eine privatschule geworden, die allerdings noch viel viel weiter entfernt gewesen wäre.
      ich kann nur allen mut machen, die unglücklich sind, sich die schule genau anzuschauen, andere schulen zu kontaktieren und den "kampf" um einen wechsel auf sich zu nehmen. ich sehe in wirbelwinds schule bis zu den viertklässlern nur strahlende gesichter und eine ungebändigte neugier auf alles. schule muss kein kampf sein.
      herzliche grüße zu euch vieren!
      dania

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  12. Sehr schön hast du das beschreiben und ich freue mich mir dir udn dem Wirbelwind, dass er so viel Freude an der Schule udn offensichtlich eine tolle Lehrerin hat. gerade die der grundschulzeit ist so ungemein wichtig für die weitere Schullaufbahn, denn sie entscheidet darüber, ob ein Kind die Schule als Freude und Bereicherung erlebt, auch im sozialen Bereich, oder als Zwang, Druck und Demütigung. Wir hatten leider in den beiden letzten Jahren das letztere und mich macht das sehr traurig, denn ich weiß, dass Schule und Lernen auch großen Spaß machen kann, wenn man die Freude daran kompetent vermittelt bekommt. Mein Lieblingssohn ist zuletzt am menschlichen Versagen am meisten verzweifelt, viel mehr, als dass der Lernstoff anstrengend gewesen wäre. Aber mangelnde Objektivität, Bevozugung und Mobbing durch Lehrer und unfaire Behandlung, Förderung von Ellbogenmentalität durch Wegsehen und Bestrafung der Einforderung von Regeleinhaltung als Petzen und Unsportlichkeit haben meinem Sohn die Schule vergällt und lassen ihn stark daran zweifeln, dass Lehrer als menschliche Vorbilder taugen udn dass es Freude machen kann, in der Schule etwas zu lernen. Ich hoffe sehr, dass sich das auf dem Gymnasium wieder ändert. Neue Schulem, neue Chance. Morgen geht es bei uns los.
    Ich wünsche dem Wirbelwind sehr, dass er die Freude am Lernen und der Schule genauso behält.

    Herzlich, Katja

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  13. Wie schön, dass auch Dein Schulkind so viel Freude daran hat, mein Mini meinte den ganzen Sommer über, wenn ihn alle gefragt haben, ober er sich auf die Schule freut: "Weiß ich nicht..." Und dann kam er nach dem ersten Schultag nach Hause und meint strahlend: "Ist super, gefällt mir, geh ich morgen wieder hin"... Hoffen wir, dass die Freude unserer zwei Beiden lange anhält :)
    Schönen Abend und liebe Grüße,
    Kebo

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  14. Oh wie fein und schon ein Schulkind. Unglaublich. Kinderzeichnungen sind einfach superschön.

    Liebe Grüße.
    Katharina

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  15. schule als wolke 7 - großartig! ich wünsche dem wirbelwind das allerallerbeste und dass es ganz, ganz lange so bleibt!
    liebe grüße von mano

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  16. Das ist so schön, Dania! So schön, was der Wirbelwind mit Freuden und Neugier erlebt und so schön, wie Du es erlebst. Mir macht das Mut, dass es so schön bleibt, auch wenn die Kinder älter werden. Offenbar hat sich der mühsame Weg des Wechsels, den Du oben beschreibst, sehr gelohnt. Ich wünsche Euch, dass es weiter so bleibt! Ganz liebe Grüße aus Leipzig (die Schulwahl ist noch etwas hin, aber unsere Gemüsewaage im Laden unseres Vertrauens bedient das Mädchen selbst :-)...!), Marja

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  17. Liebe Dania,
    das liest sich so schön. So muss Schule sein.
    Gerade heute habe ich im Dachboden gestöbert .. plötzlich fand ich Grundschulhefte und Zeichnungen vom Sohn Nr.1 er wird im Dezember 29 Jahre alt und ist mittlerweile Ingenieur der Nanostrukturtechnik, da rollten bei mir Tränen der Rührung... ich sah ihn vor mir an seinem ersten Schultag...
    herzlich Judika

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  18. wir haben den zweiten tag heute. auch so schwebend! möge es so bleiben. so schön, unbeschwert und voller wissensdurst. lg, éva

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herzlichen dank für deine zeit und deine worte!