Sonntag, 26. April 2015

wilde frühlings°wiesen°blumen oder vom (unterbrochenen) strom des lebens...

als die wiesen im garten gerade bunt zu erblühen begannen, fing ich an,  frühlingskränze zu binden, gerade noch rechtzeitig schaffte ich einen kleinen und einen großen, bevor der rasenmäher frühzeitig kam und damit verhinderte, dass sich die einjährigen kräuter fürs nächste jahr versämen konnten, die raupen, die sich auf den pflanzen befanden, zu prachtvollen schmetterlingen entwickeln konnten, und damit die vogelarten wie stieglitze und girlitze, die sich heuer ausschließlich wegen der vielfältigen pflanzennahrung im großen vorderen teil des gartens eingenistet hatten, ihrer brutnahen nahrungsquelle beraubt hat...








erinnerungs- und sehnsuchtskränze ...

der garten sieht nun aus, wie neu angelegt. es dauert ewigkeiten, bis sich wieder ein natürlicher ökologischer kreislauf entwickelt...

die sehnsucht nach dem eigenen kleinen stück natur(garten), in dem sich diese in ihrem ihr eigenen komplexen ununterbrochenen kreislauf entwickeln darf, und wo nur ab und an helfend und nachhaltig durch menschliche hand behutsam beobachtend eingegriffen wird, im bewusstsein, dass dieses stückchen nur geliehen, nur anvertraut ist, und dass dieses stückchen, sei es noch so klein, ein teil vom großen ganzen ist und diesen mit beeinflusst und einem damit auch verantwortung übergeben wurde ... diese sehnsucht wächst gerade wieder ins unermessliche...

gärtnern bedeutet in den strom des lebens eintauchen und nicht, ihn zu unterbrechen.

in der heutigen zeit bedeutet einen garten haben auch die verpflichtung, die natur, die ringsum auch am land weitgehend durch besiedelung, industrie, extensive und exzessive landwirtschaft, ordnungs-, säuberungs- und übertriebenen sicherheitswahn und so vieles eingreifen mehr immer weiter verdrängt wird, (zurück) in die gärten zu holen, ein refugium zu schaffen für wildtiere und wildpflanzen.
in großen gärten sollten das nicht nur winzige ecken sein dürfen.
nur weil sich ein wohnobjekt darin befindet, bedeutet es nicht unausweichlich, dass "es sich gehört", dass sich ringsum sterile unbelebte rasenflächen und in form getrimmte "pflegeleichte" hecken befinden müssen, die zum ökologischen gleichgewicht genauso wenig beitragen wie eine betonierte straße.
die funktion von gärten ändert sich mit der geschichte und damit auch die verantwortung und verpflichtung der menschen, die diese gärten betreuen dürfen.
wer mit vielfältigem vogelgezwitscher vor dem fenster erwachen will, wer schmetterlinge tanzen sehen will, sollte großzügig vielfältige natur rund um sich zulassen (können) und sich nicht nur darauf verlassen, dass das eh vielleicht der nachbar tut...

das Bild der Elfentanzwiese ist vor ein paar Jahren entstanden, als zum Glück der Rasenmäher für längere Zeit streikte. Nur eine einzige von insgesamt zehn (!) Wiesen im Garten wird dieses Jahr so ausschauen dürfen...

die technik zum stängelschonenden kränzebinden habe ich mir von den blätterkränzen von kirsten rickert abgeschaut. in eine schale mit wasser gelegt halten sie mehrere tage.

die bilder vom neu gesichteten vogel zeige ich euch heute auf dem wald°sinnen-blog...

einen feinen sonntag wünsche ich euch!


{verlinkt zu Aus (m)einem wilden Garten}

Kommentare:

  1. Wie recht du hast!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Ja, das tut in der Seele weh, wenn eine so lebendige Wiese ohne Not( sprich Heuernte) gemäht wird... Die Kränze sind wunderschön und lassen ahnen, was da alles abgeschnitten wurde.
    Sei herzlich gegrüßt von Lisa

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  3. Ein schöner Kranz! So zart und elfenhaft! Schade um die schöne Wiese, ich kann dich gut verstehen!
    Gros bisou
    Sandra

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  4. Du hast ja so recht!Eigene Flächen haben ist : das Sagen haben,was gemacht wird! Also selbst bestimmen,dass alles wachsen darf und wann gemäht wird ... Hier ist es einfach,die Wiese ist Pferdeweide mit vielen,vielen wilden Ecken.Mähen muss man nur am Haus,wo man auch sitzen will oder viele Leute rüberlaufen. LGKatja

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  5. neubaugebiete in unserer gegend sind nur noch alpträume (bis auf ganz wenige ausnahmen). rasen und koniferen und exotische pflanzen im topf. es bereitet mir größtes unbehagen!
    ich erfreue mich gerade am erblühen unserer kleinen wiese im vorgarten - was für glücksgefühle, wenn der zaunkönig herumhupft! dein kranz ist wunderwunderchön!
    liebe grüße, mano

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  6. wie wahr, liebe dania. hach, so ein garten ...
    kranzgebundene blüten – da möchte man ja fast heiratsgelüste bekommen :D fast.

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  7. du weißt, wie ich das nachvollziehen kann..., und je geleckter die umgebung wird, desto wilder wird's bei mir... nun wirtschafte ich auch im schulgarten und versuche neben den obligatorischen gemüsebeeten auch die wilden ecken auszubauen und dem mähregiment zu entziehen..., mal schauen, was dort noch alles so erblüht, ich hoffe... lieben gruß ghislana (morgen gibt's eine neue runde wilde gärten, da wäre dein beitrag hochwillkommen!)

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  8. Da ist der schöne Kranz ein Trauerkranz geworden...
    Drück dich!
    Astrid

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  9. ich kann hier nur auch nochmal schreiben: tolle blütenpracht in kranzform! :)
    und was du schreibst, ist so wahr (und so passend - ich beobachte hier grade vor dem arbeitsfenster eine gartenfirma, die mit tosendem gerät alles stutzt, was die letzten woche so schön erblüht ist...).

    liebe grüße, doro

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herzlichen dank für deine zeit und deine worte!